Architektur / Industrie | Preisträger

Mario Brand

Bielefeld / Deutschland mariobrand.net

Driveland

Konzept

In den USA sind Drive-Thrus ein weitverbreiteter Teil der Einkaufskultur.
Es gibt Sie nicht nur für Fast-Food-Restaurants, sondern auch an Banken, Drogerien, Coffeeshops oder als Postschalter.

Durch das künstliche Licht erscheinen diese Schalter in der Nacht als Bühnen oder Kulissen einer Filmproduktion.
Sie repräsentieren für mich vieles von dem was die USA ausmachen; Oberflächlichkeit, Konsum, Autokultur.
Aber ebenso eine schwer zu greifende Schönheit in ihrer eigenen Inszenierung.
Sie erinnern an Szenen aus Filmen, Gemälden und Büchern. Dadurch besitzen sie eine Anziehungskraft, der man sich kaum entziehen kann.
Sie sind ebenso ambivalent wie die USA selbst.

Interview


Vita

Geboren 1973 in einer kleinen Stadt in NRW, Deutschland.
Aufgewachsen in einem noch kleineren Dorf in NRW.
Abitur 1993, danach Studium der Theaterwissenschaften in Leipzig. Erfolglos.
Arbeit als Filmvorführer und Projektionsleiter in Bielefeld von 1998-2012.
Nächster Versuch: Studium "Fotografie und Medien" an der FH Bielefeld ab 2010. Erfolgreich abgeschlossen mit dem Titel Bachelor of Arts in 2016.

Ausstellungen:
2016
- „Still looking for Bret“, FH Bielefeld
- Students Photobooks at Lumix Festival, Hannover
- Photoszene-Festival, Galerie 68elf, Köln
- Organ Vida (Finalist), International Photography Festival Zagreb, Kroatien

2015
- „Les Boutographies”, Official Selection of the Jury in Montpellier, France
- „Dialog“, Galerie Holthoff-Mokross (Triennale der Photographie), Hamburg
- „Turn down the Lights“, Bunker Ulmenwall, Bielefeld

2013
- Fotofestival “SiFest 2013 – Savignano Immagini“, Savignano sul Rubicone, Italien

2012
- „Wanted! Bielefeld“, Bunker Ulmenwall, Bielefeld
- „Budapest“, FH Bielefeld

Jury Statement

Mario Brands mysteriöse nächtliche Aufnahmen von US-amerikanischen Autoschaltern in Banken, Fast-Food-Restaurants oder Apotheken bewegen sich zwischen banalem Alltag und filmischer Inszenierung. Brands Blick auf eine – aus deutscher Sicht – absurde Besonderheit amerikanischer Konsumkultur ist wohl kritisch, und dennoch trägt die Edward Hopper-ähnliche Theatralik seiner Bilder zur weiteren Mystifizierung des „American Way of Life“ bei. Nach Brands Worten jedenfalls ist diese Schönheit ebenso ambivalent wie die USA selbst. Dabei sind die Kompositionen formal perfekt bis hin zur Lichtregie. Die grafische, präzise und differenzierte Bildsprache der Nachtaufnahmen entzieht die Orte ihrer Alltäglichkeit und verwandelt sie gleichsam in eine Filmkulisse. Die Photographien dieser Arbeit sind ästhetische Meisterwerke, die sowohl als Einzelbilder funktionieren als auch in der Serie.